LÉONIE & RAYMOND COCQUIO
Ferme Cocquio
Route de la Croix-en-Champagne 3, 1236 Cartigny
+41 79 349 02 48
fermecocquio@ik.me
Léonie & Raymond COCQUIO
Das Erste, was Léonie sieht, wenn sie morgens aufsteht, sind ihre 2 Hektaren Rebberge. Und was die Aussicht angeht – glaubt uns ruhig: Es gibt Schlimmeres! Zwischen La Petite Grave, Avully und Cartigny baut sie Gamay, Chasselas, Pinot Noir, Chardonnay, Pinot Gris und Pinot Blanc, Gamaret und Merlot an. Der Weinbau ist jedoch nicht die einzige Tätigkeit der Familie Cocquio. Auf ihrem Gut gibt es Ackerbau, vor allem aber ihr Flaggschiffprodukt: Linsen. Sie waren übrigens zusammen mit dem Bauernhof Courtois die Ersten, die vor über 25 Jahren Linsen in Genf auf den Markt gebracht haben.
«Ich habe mich mit dem Berufsfieber angesteckt.»
Léonie ist keine Winzerin wie alle anderen: Sie ist ausserdem freischaffende Grafikerin. Das ist übrigens ihre ursprüngliche Ausbildung. Anschliessend wandte sie sich etwa zehn Jahre lang dem Uhrendesign zu, um später mit ihrem Mann neun Monate lang durch Südostasien zu reisen – nur mit einem Rucksack und ohne Rückbillet. Nach ihrer Rückkehr half sie auf dem Familienweingut mit und liess sich schliesslich vom Winzerberuf anstecken. Ihr Mann unterstützt sie bei diesem Abenteuer. 2016 übernahm Léonie das Weingut unter ihrem Namen, auch wenn ihr Vater, der mittlerweile im Ruhestand ist, weiterhin an ihrer Seite arbeitet. Die Familie, angefangen bei Léonies Grossvater bis hin zu ihrem Vater, war schon immer als Winzer bei «La Cave de Genève» tätig.
Erinnerungen, Erinnerungen…
Mit funkelnden Augen erinnert sie sich an die langen Schlangen von Traktoren, die die Trauben zur «La Cave» lieferten, als diese noch in Satigny lag. Sie erinnert sich sogar daran, wie sie auf dem Kotflügel des Traktors sass und dieses schöne Schauspiel mit Freude beobachtete.
Was für eine Wucht von einer Frau!
Wenn man Léonie bittet, sich in wenigen Worten zu beschreiben, verrät sie uns, dass sie eher zurückhaltend und neugierig ist. Aber man sollte wissen, dass sie eine gute Portion Geselligkeit ausstrahlt und uns gesteht, dass sie immer bereit für einen Apéro mit Freunden ist. Im Laufe des Gesprächs offenbart sich eine weitere Facette ihrer Persönlichkeit: ihre Unkonventionalität. Sie ist nicht sehr gross, zierlich und liebt originelle, auffällige Sonnenbrillen – sie sagt uns, dass sie sich von ihren Kollegen unterscheidet. Und dass sie nicht in eine Schablone oder eine Schublade passt, das gefällt ihr!
Um eine gute Winzerin zu sein, muss man laut Léonie neugierig, aufmerksam und natürlich leidenschaftlich sein. Sie fügt hinzu, dass man sich über Neuheiten auf dem Laufenden halten, aber auch zurückblicken muss, um nicht zu vergessen, was die Älteren diesem Beruf beigetragen haben. Und sie liebt ihren Beruf, weil er immer in Bewegung ist, auch wenn man sich an eine wechselhafte und manchmal sogar launische Natur anpassen muss.
Ihre Lieblingsjahreszeit ist der Winter. In dieser Zeit muss alles für das nächste Jahr vorbereitet werden, und vor allem macht ihr die Kälte nichts aus. Auch die Ernte gehört zu den Momenten, die sie besonders schätzt, denn dabei trifft sie ihre Kollegen wieder und kann die Saison gebührend ausklingen lassen.
Die Zukunft stellt sie sich mit effizienten Lösungen vor, um in den Weinbergen weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen zu müssen. Man muss also clever vorgehen, um zu wissen, wie man die Kulturen in Zukunft bewirtschaften soll. Sie schliesst mit einer humorvollen Bemerkung und sagt uns: «Ich hoffe vor allem, dass wir weiterhin Wein trinken werden!». Und was Klischees angeht: Zum Teufel damit! Ihr Lieblingswein aus La Cave ist «La Grande Cuvée» von Baccarat. Als kleine originelle Anmerkung fügt sie hinzu, dass ein guter Sauvignon Blanc ihrer Meinung nach immer eine willkommene Begleitung zu einem thailändischen Gericht oder einem guten Curry ist.
Bevor wir diesen schönen Moment in ihrer Gesellschaft ausklingen lassen, fügt Léonie noch hinzu, dass sie die Arbeit von «La Cave de Genève» bewundere, insbesondere die der Önologen, denen es gelungen ist, hochwertige Weine zu kreieren.