DER ZYKLUS DER REBE
Der spannende Jahreszyklus der Rebe, der von der Grosszügigkeit der Natur und dem Rhythmus der Jahreszeiten bestimmt wird, verläuft nach einem ganz bestimmten Zeitplan. Entdecken Sie die sechs Phasen, aus denen er besteht.
1 – DIE RUHEZEIT
Das ist ein sehr schönes Wort, das die Ruhephase der Rebe während der Wintermonate bezeichnet: Dezember, Januar und Februar.
Letztere widmen sich ausserdem Arbeiten wie dem Beschneiden, dem Zerkleinern von Rebzweigen und altem Holz sowie der Wartung von Material wie Pfählen und Drähten.
2 – DER SAFTAUSTRITT
Zu Beginn des Frühlings lässt sich an den Schnittwunden an den Triebspitzen ein Auslaufen beobachten. Das sind die ersten Anzeichen dafür, dass die Rebe langsam wieder zum Leben erwacht.
Man sagt dann, dass «der Weinstock weint». Anschliessend folgt der Austrieb, d. h. das Hervortreten der ersten Blätter aus den Knospen.
3 – DIE BLÜTEZEIT
Mit der Erwärmung des Bodens im März und April schreitet das Wachstum der Triebe rasch voran. Parallel dazu werden die Unkrautbekämpfung, das Pflügen sowie die notwendigen Behandlungen in Angriff genommen. Sobald sich die Blütenstände gebildet haben, erreicht die Blüte im Juni ihren Höhepunkt.
Nur ein kleiner Prozentsatz der Blüten – etwa 35 % – wird befruchtet und entwickelt sich zu Beeren. Dies wird als «Fruchtansatz» bezeichnet. Es ist auch die ideale Jahreszeit, um bestimmte Arbeiten wie das Anbinden, das Ausgeizen oder das Zurückschneiden durchzuführen.
4 – DIE VÉRAISON
Im Juli setzt sich der Wachstumszyklus in seinem eigenen Tempo fort. Dank der sorgfältigen Pflege der Winzer wachsen die Trauben und entfalten sich in der Sonne. Im August nehmen die Beeren ihre ersten Farbtöne an und füllen sich mit Zucker. Die Rebe und ihre Triebe schliessen ihren Wachstumszyklus ab, und die Rinde verfärbt sich braun.
Während die Trauben reifen und immer mehr Zucker ansammeln … laufen die Vorbereitungen für die Lese auf Hochtouren!
5 – DIE REIFUNG
August und September sind entscheidende und wichtige Monate im Weinbau. Das Wetter bestimmt nämlich massgeblich die Qualität des künftigen Weins und den Zeitpunkt der kommenden Lese.
6 – DAS SAISONENDE
Im Oktober und November färben sich die Blätter der Reben in zauberhafte Farbtöne. Ein gesundes Laub ist für die Rebe unerlässlich, die zu dieser Zeit beginnt, neue Reserven anzulegen. Der Laubfall markiert seinerseits das Ende eines Jahreszyklus.
Ein neues Abenteuer beginnt, die nächste Ruhephase steht bevor. Sobald der Saft wieder abgesunken ist, tritt die Rebe in ihre wohlverdiente Vegetationsruhe ein.
