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GUY REVACLIER 


Guy REVACLIER 

Zu sagen, dass Guy Revaclier den Weinbau liebt, ist eine Untertreibung! Sogar seine Tiere tragen Namen von Rebsorten oder Weinen: Nebbiolo, Pinot, Alba, Malbec… Ob Hunde oder Katzen – sie alle zeugen von dieser Leidenschaft für die Traube und ihre Erzeugnisse. Wenn man ihn übrigens fragt, welche Flasche aus der Cave de Genève er am liebsten mag, zeigt sich der Winzer sofort neugierig und genussfreudig: «Ich bin für alles offen. Seit rund dreissig Jahren haben wir grosse Fortschritte beobachtet. Ob in Cuvées oder als sortenreine Weine – die Qualität stimmt. Jede geöffnete Flasche ist daher eine schöne Entdeckung.»

Den Beruf in der Praxis erlernen

In Bourdigny stellt Guy Revaclier selbst keinen Wein her. Das ist eine bewusste Entscheidung! Seine gesamte Ernte liefert er an die Cave de Genève. «Das hätte zu Beginn grosse Investitionen erfordert…» Seinen Weinberg hingegen pflegt er mit echter Freude. Man muss dazu sagen, dass er schon von Kindesbeinen an mit dem Weinbau aufgewachsen ist. «Ich verbrachte meine Freizeit auf den Rebschleppern, mitten in den Weinbergen. Es ist kein einfacher Beruf, aber ich habe ihn immer geliebt!» Als es darum ging, das Weingut zu übernehmen, und da sein Bruder kein Interesse an diesem Abenteuer hatte, zögerte er nicht lange: Er stiess ins Geschäft. «Ich habe eine Landwirtschaftsschule im Wallis, in Châteauneuf, besucht, um mein EFZ zu machen. Das hat mir die Grundlagen vermittelt, aber das Handwerk habe ich erst richtig in der Praxis gelernt.»

Das Familienhaus ist seitdem zu seiner Hochburg geworden. «Mein Urgrossvater hat sich Ende des 19. Jahrhunderts in Bourdigny niedergelassen», erzählt er. «Er teilte sein Gut anschliessend zwischen seinen beiden Söhnen auf.» Über hundert Jahre später ist Guy Revaclier nun Nachbar seiner «kleinen» Cousine Anne Revaclier, die selbst Winzerin für die Cave de Genève ist. Eine Nähe, die gegenseitige Hilfe ermöglicht – insbesondere während der Lese. Denn der Mann bewirtschaftet seine zehn Hektaren Land ganz allein. Auf der einen Seite die Ackerkulturen (Weizen, Soja, Gerste oder Sonnenblumen, je nach Fruchtfolgeplan), auf der anderen Seite der Weinberg! «Ich kann nicht alles alleine schaffen. Ein Kollege kommt, um meine Felder im Direktsaatverfahren zu säen. Was die Lese angeht, so ist diese zu 100 % mechanisiert, was es uns ermöglicht, sie zu dritt zu bewältigen…»

Klimawandel und Ökologie

Auf seinem 10 Hektaren grossen Weingut baut Guy Revaclier etwa zehn verschiedene Rebsorten an: Chasselas, Chardonnay, Viognier, Gamaret, Cabernet Sauvignon, Riesling… Er hat somit einen Platz in der ersten Reihe, um die klimatischen Veränderungen in seinem Weinberg zu beobachten. Von den Trauben, die unter der Hitzewelle leiden, bis hin zu den immer früheren Ernteterminen (Ende August für 2022) – an Anzeichen mangelt es nicht. Aber er bemerkt auch, wie sich die Einstellung hin zu einem umweltfreundlicheren Anbau wandelt.

«Niemand hat mehr Weinberge ohne Grasbewuchs. Und in den Läden und Restaurants findet man immer mehr Bio-Weine.» Kürzlich konnte er in seinem Weinberg sogar an einer Vorführung eines automatisierten Elektro-Überzeilers teilnehmen. Der Beruf verändert sich. Dennoch blüht Guy Revaclier in seinem Weinberg weiterhin auf. Er schätzt die Unabhängigkeit, die dieser Beruf bietet. Den Rhythmus, den der Weinberg mit seinen unvermeidlichen Zyklen vorgibt. Und dann gibt es immer diesen magischen Moment, in dem er das fertige Produkt probieren kann… Ein reines Vergnügen, ganz klar!

DIE WEINE DIESES WEINBAUERS

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