FAMILLE ANNE REVACLIER
Route de Bourdigny 46, 1242 Bourdigny
+41 22 753 12 48
Famille Anne REVACLIER
Wir freuen uns, die dynamische und authentische Anne Revaclier auf dem Familienweingut zu treffen, das vor ihr bereits von ihrem Vater und ihrem Grossvater geführt wurde. Wir treffen unsere Winzerin auf ihren acht Hektaren Rebfläche in Satigny, wo sie Gamay, Garanoir, Gamaret, Pinot Noir, Gewürztraminer, Chardonnay, Chasselas und ein wenig Doral anbaut. Neben den Rebflächen besitzt Anne auch Ackerland, das sie als Blumenbrache bewirtschaftet.
«Wie viele Frauen habe ich mehrere Leben an einem Tag!»
Nach einem kurzen Gespräch wird schnell klar, dass Anne eine echte Multitaskerin ist. Neben der Leitung ihres Betriebs ist sie Mutter von drei Kindern und wird bald Bürgermeisterin der Gemeinde Satigny sein. Da fragt man sich doch, wann sie überhaupt noch Zeit findet, sich ein wenig auszuruhen! Doch unsere Winzerin verrät uns ihr Geheimnis, wie das alles wie am Schnürchen läuft: die Familie in alle Aktivitäten einzubeziehen und keine Grenzen zwischen den Aufgaben zu ziehen. So ist jeder in das Leben des anderen eingebunden und die gemeinsam verbrachte Zeit wird optimal genutzt!
Eine Frau mit Praxisbezug
Sie wurde in Satigny geboren, und ihr Haus liegt nur fünfzig Meter von dem Ort entfernt, an dem sie zur Welt kam. Was ihre Ausbildung betrifft, so arbeitete Anne nach einem Bachelor in Politikwissenschaften drei Jahre lang in der Rechnungsprüfung, bevor sie mit dem Rucksack durch Asien reiste. Dort entdeckte sie ihre Leidenschaft für die humanitäre Hilfe, als sie ein Jahr lang für das Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge in Kambodscha tätig war. Anschliessend war sie für das IKRK im Ausland tätig, bevor sie sich beruflich neu orientierte und in Changins ihr Diplom in Önologie und Weinbau erwarb. Nachdem sie 2011 in den Gemeinderat gewählt worden war, hatte Anne nicht mehr genug Zeit, um alles unter einen Hut zu bringen, und gab ihre Stelle beim IKRK auf, um sich dem Familienweingut und der Politik zu widmen.
«Die Zeit hat eine andere Dimension, wenn man im Weinberg ist.»
Für Anne ist der Weinbau untrennbar mit Verbundenheit verbunden: Verbundenheit mit dem Boden, mit der Natur und die Liebe zur freien Natur. Um eine gute Winzerin zu sein, muss man ihrer Meinung nach aufmerksam sein und präzise vorgehen. Man muss ständig «die Nase in den Weinbergen haben», um Auffälligkeiten zu erkennen und angemessen zu reagieren. Was Anne auszeichnet, ist ihr ökologisches Bewusstsein. Ihre Kinder stehen ihr dabei übrigens zur Seite und bestärken sie in diesem Ansatz. Ihr nächstes Ziel ist es, ganz auf Herbizide zu verzichten, denn in einer idealen Welt würde sie diese schon längst nicht mehr einsetzen.
Was unsere Winzerin besonders liebt, ist es, draussen zu sein und den Kontakt zur Natur zu geniessen. Im Rhythmus des Rebschnitts oder der Laubarbeit legt sich der Trubel, und die Ruhe lädt zum Nachdenken ein. In solchen Momenten finden sich Lösungen für alle möglichen Probleme. Diese authentische und aufrichtige Frau verrät uns jedoch, dass sie auch den Kontakt zu anderen Menschen und gesellige Momente sehr schätzt!
Wenn sie sich für eine Jahreszeit entscheiden müsste, wäre es der Frühling! Die erwachende Natur, die Blumen und die Bienen – das ist genau ihr Ding. Mit einem Hauch von Nostalgie erinnert sie sich jedoch an die Zeit der Weinlese, als die Teams aus Süditalien Leben und Fröhlichkeit in die Dörfer brachten. Damals begann eine festliche Zeit, deren Höhepunkt zahlreiche Dorffeste und die Wahl zur Miss Weinlese waren!
Ein Blick in die Zukunft
Sie hofft, dass Wein auch in Zukunft ein Produkt bleibt, das bei den Konsumenten gefragt ist und geschätzt wird. Winzer und Konsumenten haben bereits viel gemeinsam, da sie die Vorliebe für feine Dinge und lokale Produkte teilen. Ausserdem wünscht sie sich, dass der Dialog zwischen Stadt und Land gestärkt wird, denn aus Wissen entstehen Verständnis und Respekt.
Was die Verkostung angeht, hat Anne ein grosses Faible für die Baccarat-Reihe, die sie als «spritzig wie das Leben» beschreibt! Auch wenn sie zugibt, Weisswein zu bevorzugen, schätzt sie auch die Syrah-Gamaret-Cuvée.
Schliesslich verrät sie uns, dass ihr die Solidarität unter den Winzerinnen und Winzern sowie mit «La Cave de Genève» besonders am Herzen liegt. Sich in schwierigen Zeiten auf ein unterstützendes Umfeld verlassen zu können, ist heutzutage ein unglaubliches Glück.