{"id":222988,"date":"2021-05-25T13:20:08","date_gmt":"2021-05-25T12:20:08","guid":{"rendered":"https:\/\/cave2023.prz.online\/unkategorisiert\/der-winzer-handwerker-der-rebe\/"},"modified":"2021-06-01T10:43:18","modified_gmt":"2021-06-01T09:43:18","slug":"der-winzer-handwerker-der-rebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cavedegeneve.ch\/de\/nachrichten\/der-winzer-handwerker-der-rebe\/","title":{"rendered":"Der Winzer, Handwerker der Rebe"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Es gibt fast so viele Berufe, die mit der Welt des Weins zu tun haben, wie es Weine selbst gibt, und manchmal ist es nicht klar, wer was macht. Aber wenn es darum geht, den Weinstock zu pflegen und seine Fr\u00fcchte zu ernten, spricht man von Winzern oder Weinbauern. Entdecken Sie hier diesen Beruf voller Leidenschaft mit Christophe Bosson, Winzermitglied von La Cave de Gen\u00e8ve.<\/em><\/p>\n\n<p>Vom Winzer bis zum \u00d6nologen, \u00fcber den Weinbauer oder den Kellermeister gibt es viele verschiedene Berufe, die mit dem Wein verbunden sind \u2013 jeder mit seinen spezifischen Funktionen und Etappen. Genf ist der drittgr\u00f6sste Kanton in Bezug auf Weinproduktion, gleich hinter dem Wallis und Kanton Waadt. In der Schweiz gibt es etwas mehr als 7000 Winzer und 1500 Kellermeister. <\/p>\n\n<p><strong>Winzer oder Weinbauer<\/strong><\/p>\n\n<p>Hinter diesen Berufen verbergen sich, wenn wir bei den offiziellen Begriffen bleiben, diejenigen, die den Weinstock \u00abpflegen\u00bb. Die Winzer, auch Winzer-Kellermeister genannt, k\u00fcmmern sich auch um die Vinifizierung ihrer Trauben und die Vermarktung des Weines. Auch wenn diese Winzer ihren Beruf meist auf dem eigenen Weingut aus\u00fcben, gibt es einige, die Akkordanten genannt werden, die kein eigenes Weingut haben und vom Eigent\u00fcmer der Parzellen je nach geleisteter Arbeit bezahlt werden.<\/p>\n\n<p><strong>Ein ewiger Zyklus<\/strong><\/p>\n\n<p>Leidenschaftlich in seinem Beruf und verliebt in sein \u00abTerroir\u00bb, ist Christophe Bosson verantwortlich eines Anwesens von 10 Hektar Reben, die gr\u00f6sstenteils an den H\u00e4ngen von Bardonnex liegen, wo er ein Dutzend verschiedener Rebsorten f\u00fcr die Weine von La Cave de Gen\u00e8ve anbaut. Ausserdem reserviert er eineinhalb Hektar seiner Reben f\u00fcr die Produktion seines eigenen Weins. Fragt man ihn, seinen Job zu beschreiben, antwortet der warmherzige Landwirt, der auch \u00fcber f\u00fcnfundvierzig Hektar Getreideanbau regiert, zun\u00e4chst, dass es eine Art unendliche Geschichte ist \u00abUnser Alltag ist ein saisonaler Zyklus. Und im Gegensatz zu dem, was manche Leute denken, arbeiten wir nicht nur w\u00e4hrend der Ernte und die Trauben wachsen nicht von selbst!\u00bb<\/p>\n\n<p>Der Zyklus von Christophe Bosson beginnt im Herbst, einige Wochen nach der Ernte: \u00abEs ist Zeit f\u00fcr den R\u00fcckschnitt, der bis im M\u00e4rz dauert. Ziel ist es, das Ge\u00e4ste, das im Laufe des Jahres an der Rebe gewachsen ist, zu entfernen, um nur eines zu behalten. Im Fr\u00fchjahr davor, w\u00e4hrend des Entknospens, bilden wir den Stamm, indem wir Zweige ausw\u00e4hlen. Dabei werden ein oder zwei f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Ernte geplant. Das ist das Holz, das wir aufbewahren. Eine langfristige Arbeit, die Christophe Bosson sehr zu sch\u00e4tzen weiss: \u00abEs ist nat\u00fcrlich zeitaufwendig, aber es ist eine Aufgabe, die sich \u00fcber einen langen Zeitraum erstreckt, und hierf\u00fcr schenken wir gerne etwas Zeit. Ich bin im Weinberg mit meinem Mitarbeiter, der eigentlich mein wichtiger Partner ist. Wir sprechen miteinander, oder auch nicht. Es ist eine sch\u00f6ne T\u00e4tigkeit und wir haben es nicht eilig.\u00a0\u00bb<\/p>\n\n<p><strong>Wie die Jahreszeiten vergehen<\/strong><\/p>\n\n<p>Wenn der Fr\u00fchling kommt, ist es Zeit f\u00fcr das Abbrechen der Triebe: \u00abWir gehen \u00fcber jeden Stumpf und entfernen einige Triebe, um nur 6 bis 7 zu behalten. Wir behalten nur die Ges\u00fcndesten, das heisst nur die, die gerade wachsen. Dabei denken wir aber auch stets an die Bildung des Weinstocks und planen den k\u00fcnftigen Rebschnitt. Wir nutzen diese Zeit auch, um die \u00abFehler\u00bb des Vorjahres auszugleichen, wie z.B. Holz, das durch den Wind oder die Maschinen kaputt gegangen ist oder einfach nicht gut gewachsen ist.<\/p>\n\n<p>Danach kommt die Spalierbildung: \u00abDer Weinstock ist wie eine Schlingpflanze, er w\u00e4chst nicht gerade. Er wird an Dr\u00e4hten befestigt, so dass jeder Ast und dann jede Weintraube gen\u00fcgend Platz hat. Gleichzeitig entfernen wir das Laub im Bereich der Trauben, damit diese gut bel\u00fcftet sind. Dadurch wird das Risiko von F\u00e4ulnis und anderen Krankheiten verringert. Wir behandeln unsere Reben dann gegen falschen Mehltau und echten Mehltau. Auf diese Weise k\u00f6nnen sich die Bl\u00e4tter mit voller Kapazit\u00e4t entfalten, um die notwendige Energie f\u00fcr die perfekte Reifung der Trauben zu liefern.<\/p>\n\n<p>Die Bl\u00e4tter m\u00fcssen gut belichtet sein, damit die Trauben richtig reifen k\u00f6nnen und gleichzeitig m\u00fcssen sie die Sonne und W\u00e4rme durchlassen, damit nicht zu viel Feuchtigkeit entsteht.<\/p>\n\n<p><strong>Die Ernte als Ziel<\/strong><\/p>\n\n<p>In der Mitte des Sommers, etwa im Juli, f\u00e4hrt der Winzer mit dem fort, was er \u00abgr\u00fcne Lese\u00bb nennt: \u00abWir entfernen einen Teil der Trauben an jeder Rebe. Dadurch ist es m\u00f6glich, die produzierte Menge pro Quadratmeter f\u00fcr jede Rebsorte zu steuern, je nach der von den \u00d6nologen geforderten Qualit\u00e4t. Das Ziel ist es, eine perfekte und homogene Reife zu erreichen, die hervorragende Weine garantiert.\u00a0\u00bb<\/p>\n\n<p>Nach einem wohlverdienten Urlaub ab Mitte August ist es Zeit, sich auf die Ernte vorzubereiten, die im September beginnt: \u00abSie dauert etwa sieben Wochen. \u00a0Wir beginnen mit Chardonnay und Pinot Noir f\u00fcr Baccarat-Schaumweine. Am Ende ernten wir den Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon, die die sp\u00e4teren Rebsorten sind.\u00a0 Unsere Arbeit h\u00e4ngt stark von der Reifung und dem Wetter ab&#8230;\u00bb<\/p>\n\n<p>Danach ist die Arbeit am Weinberg abgeschlossen. Dies ist das Ende eines Zyklus, der in ein paar Wochen mit dem Rebenschnitt wieder aufgenommen wird. Ein weiterer Teil der Arbeit von Christophe Bosson ist die Verwaltung seines Weinbergs: \u00abWir erneuern Rebst\u00f6cke zugunsten neuer Rebsorten oder Sorten, die dem Geschmack der Verbraucher besser entsprechen. Von der Aussaat der neuen Sorte bis zur ersten vollen Ernte vergehen durchschnittlich 4 Jahre.\u00bb<\/p>\n\n<p><strong>Leidenschaft und Selbstaufopferung<\/strong><\/p>\n\n<p>Geduld, Mut&#8230; auf die Frage nach den Voraussetzungen, die man braucht, um seinen Beruf auszu\u00fcben, antwortet Christophe Bosson, ohne zu z\u00f6gern \u00abSelbstaufopferung\u00bb: \u00abJa man muss sich bewusst sein, dass es nicht immer ein Traumjob ist. Im Sommer sind wir in den Weinbergen bei 35\u00b0C. Im Winter arbeiten wir manchmal stundenlang im eiskalten Wind. Man muss auch die Schicksalsschl\u00e4ge hinnehmen, den Hagel, den Frost&#8230;\u00bb<\/p>\n\n<p>Eine andere wichtige Eigenschaft ist die Aufmerksamkeit: \u00abWir m\u00fcssen ein gutes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr unsere Terroirs haben, der Rebe grosse Aufmerksamkeit schenken, denn, wie das Sprichwort sagt: <em>Die Rebe mag keinen Schatten, ausser den Schatten ihres Winzers<\/em>.\u00a0\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt fast so viele Berufe, die mit der Welt des Weins zu tun haben, wie es Weine selbst gibt, und manchmal ist es nicht klar, wer was macht. Aber wenn es darum geht, den Weinstock zu pflegen und seine Fr\u00fcchte zu ernten, spricht man von Winzern oder Weinbauern. 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